Nachwirkungen Narkose – Auf wackligen Knien nach OP

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Du hast Angst vor der Vollnarkose oder deren Folgen? Dieser Artikel schildert ganz genau, was bei einer Kreuzband-OP unter Narkose geschieht, und wie ich das Aufwachen aus der Narkose erlebe. Da ich in meinem Leben schon mehr als 25 Narkosen überlebt habe, soll dieser Beitrag auch als kleine Aufmunterung dienen. Einführend möchte ich sagen, dass jeder Patient Nachwirkungen einer Narkose empfindet, nur deren Ausmaß und Folgen bei einer Kreuzbandriss OP unterschiedlich sind.

Nachwirkungen einer Narkose Knie OP

Noch heute herrscht in der Bevölkerung eine große Unsicherheit, was Narkosen (Voll- oder Teilnarkose) angeht. Sehr viele Leute glauben, dass eine Vollnarkose mit erheblichen Nachwirkungen verbunden ist. Das stimmt nur zum Teil, ein Großteil der unerwünschten Nebenwirkungen kann auch abgefangen werden. Denn die Anästhesie hat in den letzten Jahren sehr große Fortschritte zum Wohle des Patienten gemacht.

Ablauf einer Vollnarkose bei einer Kreuzband-OP

Zu Beginn einer Knie-OP leitet der Anästhesist mit einem starken Schlafmittel die Vollnarkose ein. Das Mittel zum Wegdämmern bekommst du in die Armvene gespritzt. Das Schlafmittel ist so stark, dass du innerhalb von Sekunden in einen Tiefschlaf fällst. Die eingespritzten Medikamente lähmen die Muskeln und damit auch den Atemantrieb. Deshalb muss jeder Patient während einer Vollnarkose künstlich beatmet werden.

Sobald du eingeschlafen bist, wird dir bei einer Kreuzband OP ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingeführt. Da hierzu deine Muskeln völlig entspannt sein müssen, bekommst du während der Kreuzband-OP zusätzlich ein muskelentspannendes Medikament verabreicht. Aufrechterhalten wird die Vollnarkose über die kontinuierliche Zuführung eines Gasgemisches in die Lunge, das aus Sauerstoff (für die Atmung), Lachgas (zur Schmerzausschaltung) und ein schlaferzeugenden Gas besteht. Über die Zuführung des Gasgemisches in unterschiedlichen Anteilen steuert der Anästhesist die Narkosetiefe und das anschließende Aufwachen.

Plötzlich ist die Narkose nach der Knie-OP vorbei

Sobald die Kreuzbandriss-OP beendet ist, stoppt der Narkosearzt die Zufuhr der Gase für die Atmung und zieht noch während des Schlafs den Beatmungsschlauch. Ganz typisch ist nach einer Vollnarkose die Erinnerungslücke, d.h. anders als beim normalen Schlaf hat man das Gefühl, als ob gar keine Zeit vergangen wäre. Irgendwie taucht man schlagartig wieder auf!

Risiko und Narkose Nachwirkungen sind selten nach Knieoperationen

Nachwirkungen Narkose - Nebenwirkungen nach Vollnarkose

Nachwirkungen Narkose – Nebenwirkungen Narkose | Foto: Lupo /pixelio.de

Viele Patienten beunruhigt die Vorstellung, während einer Vollnarkose die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Die Angst aus einer Narkose nicht wieder aufzuwachen ist so alt wie die Narkose selbst. Dank der modernen Überwachungstechniken während der OP liegt das Risiko an einer Vollnarkose zu sterben, heute bei 0,008 bis 0,009%. Damit ist es nur unwesentlich höher als im wachen Zustand bei einer Teilnarkose. Ein leicht erhöhtes Narkoserisiko haben sehr alte kranke Patienten und Kleinkinder.

Die häufigsten unangenehmen Nachwirkungen einer Narkose sind vorübergehende Übelkeit, und Erbrechen. Sie treten bei etwa 10% der Patienten auf. Bedingt durch den Beatmungsschlauch klagen 10% der Operierten über leichte Heiserkeit. In seltenen Fällen kommt es nach einer Vollnarkose zu Blutdruck – und Herzrhythmusstörungen sowie zu vorübergehenden Verwirrtheitszuständen.

Meine Nachwirkungen Narkose belaufen sich regelmäßig auf: Übelkeit, Kopfschmerzen und Kratzen im Hals. Gegen beides gibt es Medikamente. Als Folge der ungewohnten Beinposition auf dem OP Tisch habe ich immer auch Schmerzen in der Leistengegend. Die muskulären Probleme vergehen ebenso schnelle wie das Kratzen im Hals. Ehrlich gesagt, die Neben- und Nachwirkungen einer Narkose sind das kleinste Problem nach einer Kreuzband-OP.

Zurück auf Station nach der Knie OP

Die Aufenthaltsdauer im Aufwachraum nach einer vorderen Kreuzband-OP beträgt etwa ein bis zwei Stunden. Es dauert einige Zeit bis die Wirkung der Narkose völlig nachlässt. Hier unterscheiden sich die Patienten nach Operationen sehr. Viele schlummern im Aufwachraum vor sich hin – ich leider nie!

Denn ich bin nach Vollnarkosen in der Regel sofort wieder voll ansprechbar und ungewöhnlich munter und wach. Das führt natürlich dazu, dass ich großen Hunger und auch Durst verspüre. Deshalb dränge ich auch auf eine schnelle Verlegung auf die Normalstation. Denn im Aufwachraum besteht keine Chance auf (Nerven-)Nahrung, egal, wie sehr man jammert. Stimmt nicht ganz, einmal konnte ich einen Schoko-Nikolaus von einem Pfleger „erbetteln“ – den er mit mir geteilt hat.

In der Regel bekommst du erst Stunden nach deiner Knie OP wieder etwas zu essen. Leichte Kost! Mir ist das eindeutig zu wenig. Deshalb sorge ich stets mit einem „kleinen“ Vorrat vor – aber ich kann die Nachwirkungen einer Narkose auf meinen Körper auch sehr gut abschätzen. Anderen unerfahrenen Patienten sollten sich an die Regeln halten. Etwas zu trinken bekommst du schon viel früher. Doch auch hier zählen immer der Wachheitsgrad und dein körperlicher Zustand.

Operiertes Bein fühlt sich seltsam an

Also, wenn das Personal dich für einigermaßen wieder fit hält, verlegen sie dich zurück auf dein Zimmer. Dort wage ich den ersten Blick unter die Bettdecke und sehe mir mein geschwollenes und dickes Knie an. Aus dem Verband ragen zwei Wundsekret-Schläuche (Drainagen) und das Kniegelenk ist mit einer Knieorthese fixiert – manchmal entfällt auch die Orthese.

Stets fühlt sich das operierte Bein dumpf und schwer an, so als gehöre es nicht zu mir. Schmerzen habe ich aufgrund der Infusionen mit Schmerzmittel zu diesem Zeitpunkt kaum. In Abständen kontrolliert das Pflegepersonal den Blutdruck und Puls. Auch kontrolliert die Pflege, wie viel Wundsekret durch die Schläuche in deinem Knie abläuft. Hier rate ich dir, dass auch du den Flüssigkeitsstand in den Falschen im Auge behältst.

Meistens versuche ich nach dem ersten Stunden noch etwas zu schlafen, doch das gelingt mir selten. Deshalb lenke ich mich mit dem „Zappen“ durch die Fernsehkanäle ab. Gerne führe ich die ersten Telefonate und plaudere etwas. Oft Fragen mich dann meine Freude: Wann wirst du eigentlich operiert? So viel zu meinen Nachwirkungen aus der Narkose.

Dann endlich wird die erste Mahlzeit serviert: Weißbrot mit Belag und Tee. Zuhause würde ich das niemals nicht wählen aber der Hunger treibt bei mir alles runter. Danach fühle ich mich gestärkt bis die Blase drückt. Der Gang auf die Toilette zögere ich wohl wissen immer hinaus.

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Nachwirkungen Narkose und OP sind heftig beim Aufstehen

Bei einer Teilnarkose muss der Patient mit dem Aufstehen warten bis das taube Gefühl in den Beinen völlig verschwunden ist. Das kann Stunden dauern, muss aber nicht!

Bei einem stabilen Kreislauf ist ein erstes Aufstehen nach der Vollnarkose jederzeit möglich und sogar gewünscht. Die erste Mobilisation findet immer mit dem Pflegepersonal statt. Aus gutem Grund:

„Langsam den Oberkörper aufrichten!“ mahnt das Pflegepersonal. Spätestens beim Sitzen an der Bettkante rebelliert mein Kreislauf. Das Blut schießt in das operierte Bein. Der Schmerz im Knie nimmt deutlich zu. Mir wird schlecht und ich möchte wieder Liegen. Kracht der Kreislauf endgültig zusammen starte ich einige Zeit später den zweiten Versuch. Dieser klappt meistens!

Ich humpele mit den Gehstützen und den Drainage im Schlepptau unsicher in das Bad. Dabei konzentriere ich mich ausschließlich darauf, das frisch operierte Bein nur mit der Fußsohle abzurollen. Meine leichten Kreislaufbeschwerden unterdrücke ich, indem mein Blick nach vorn und nicht auf den Boden richte.

Im Bad angekommen, sinke ich erleichtert auf den Hocker und sehe mich zum ersten Mal im Spiegel. Mein Gesicht erscheint bleich und von den Narkose Nachwirkungen gezeichnet. Jetzt nur noch schnell auf die Toilette und etwas Wasser ins Gesicht spritzen. Die Schmerzen im operierten Knie nehmen mit jeder Bewegung drastisch zu. Erleichtert liege ich wieder in meinem Bett – der Kreislauf hat durchgehalten. Die erste Nacht ist in der Regel nicht die allerbeste aber es gibt ein paar Tricks, wie man sie sich besser gestaltet. Insbesondere die Schlafposition ist für mich entscheidend, mehr dazu im Artikel: „Schlafen nach einer Knie-OP

Am nächsten Morgen starte ich mit den ersten Kreuzbandriss Reha-Übungen. Zuerst im Liegen, dann im Sitzen. Welche Übungen sich dazu eigenen, habe ich für dich in diesem E-Book zusammengefasst.

Stehst du noch vor deiner Kreuzband-OP, dann interessiert dich vielleicht dieser Artikel, was direkt vor einer Kreuzband-OP im Krankenhaus passiert: Ablauf einer Kreuzbandriss OP- Schritt für Schritt.

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