Nachwirkungen Narkose – Auf wackligen Knien nach OP

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Sind die Nachwirkungen einer Narkose und die bleierne Müdigkeit wirklich so schlimm? In diesem Beitrag berichte ich über meine Erfahrungen nach meinen zahlreichen Knieoperationen und Narkosen. Einführend möchte ich sagen, dass jeder Patient die Bekanntschaft mit den Nachwirkungen einer Narkose macht und auch die Folgen der Kreuzbandriss OP spürt. Lediglich unterscheiden sich die Betroffenen in dem Ausmaß, wie sie mit den Nachwirkungen von Narkosen „kämpfen“.

Noch heute herrscht in der Bevölkerung eine große Unsicherheit, was Narkosen angeht. Sehr viele Leute glauben, dass eine Vollnarkose mit erheblichen Nachwirkungen verbunden ist. Das stimmt nur zum Teil. Denn die Anästhesie hat in den letzten Jahren sehr große Fortschritte zum Wohle des Patienten gemacht.

Falls dich die komplette Artikelserie: Vor einer Kreuzband-OP und die ersten Stunden nach einer Kreuzbandriss Operation interessieren, findest du hier:

>> Teil 1: Was passiert direkt vor einer Kreuzband OP im Krankenhaus 

>> Teil 2. Aufwachen mit Scherzen nach Knie-OP

Nachwirkungen einer Narkose Knie OP

Die Vollnarkose während einer Kreuzbandplastik OP leitet der Anästhesist mit einem starken Schlafmittel ein, das er am Arm in die Vene gespritzt. Das Schlafmittel ist so stark, dass der Patient innerhalb von Sekunden in einen Tiefschlaf fällt. Die Medikamente lähmen die Muskeln und damit auch den Atemantrieb. Deshalb muss jeder Patient während einer Vollnarkose künstlich beatmet werden.

Bei einer Kreuzband OP wird der Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingeführt. Da hierzu die Muskeln völlig entspannt sein müssen, bekommt der du während der OP zusätzlich ein muskelentspannendes Medikament. Aufrechterhalten wird die Vollnarkose über die kontinuierliche Zuführung eines Gasgemisches in die Lunge, das aus Sauerstoff (für die Atmung), Lachgas (zur Schmerzausschaltung) und ein schlaferzeugenden Gas besteht.

Über die Zuführung des Gasgemisches in unterschiedlichen Anteilen steuert der Anästhesist die Narkosetiefe und das anschließende Aufwachen.

Sobald die Kreuzbandriss OP beendet ist, stoppt der Narkosearzt die Zufuhr der Gase für die Atmung und zieht noch während des Schlafs den Beatmungsschlauch. Ganz typisch ist nach einer Vollnarkose die Erinnerungslücke, d.h. anders als beim normalen Schlaf hat man das Gefühl, als ob gar keine Zeit vergangen wäre. Irgendwie taucht man schlagartig wieder auf!

Risiko und Narkose Nachwirkungen sind selten nach Knieoperationen

Nachwirkungen Narkose - Nebenwirkungen nach Vollnarkose

Nachwirkungen Narkose – Nebenwirkungen Narkose | Foto: Lupo /pixelio.de

Viele Patienten beunruhigt die Vorstellung, während einer Vollnarkose die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Die Angst aus einer Narkose nicht wieder aufzuwachen ist so alt wie die Narkose selbst. Dank der modernen Überwachungstechniken während der OP liegt das Risiko an einer Vollnarkose zu sterben, heute bei 0,008 bis 0,009%. Damit ist es nur unwesentlich höher als im wachen Zustand bei einer Teilnarkose. Ein leicht erhöhtes Narkoserisiko haben sehr alte kranke Patienten und Kleinkinder.

Die häufigsten unangenehmen Nachwirkungen einer Narkose sind vorübergehende Übelkeit, und Erbrechen. Sie treten bei etwa 10% der Patienten auf. Bedingt durch den Beatmungsschlauch klagen 10% der Operierten über leichte Heiserkeit. In seltenen Fällen kommt es nach einer Vollnarkose zu Blutdruck – und Herzrhythmusstörungen sowie zu vorübergehenden Verwirrtheitszuständen.

Meine Nachwirkungen Narkose belaufen sich regelmäßig auf: Übelkeit, Kopfschmerzen und Kratzen im Hals. Gegen beides gibt es Medikamente. Als Folge der ungewohnten Beinposition auf dem OP Tisch, habe ich immer auch Schmerzen in der Leistengegend. Die muskulären Probleme vergehen ebenso schnelle wie das Kratzen im Hals. Ehrlich gesagt, die Neben- und Nachwirkungen einer Narkose sind das kleinste Problem nach einer Kreuzbandriss OP.

Zurück auf Station nach der Knie OP

Die Aufenthaltsdauer im Aufwachraum nach einer Kreuzbandriss OP beträgt etwa ein bis zwei Stunden. Es dauert einige Zeit bis die Wirkung der Narkose völlig nachlässt. Deshalb schlummern viele Patienten im Aufwachraum vor sich hin – ich leider nie!

Denn ich bin nach Vollnarkosen in der Regel sofort wieder voll ansprechbar und ungewöhnlich munter und wach. Das führt natürlich dazu, dass ich großen Hunger verspüre. Deshalb dränge ich auch immer auf eine schnelle Verlegung auf die Normalstation. Denn im Aufwachraum besteht keine Chance auf (Nerven-)Nahrung, egal, wie sehr man jammert.

In der Regel bekommst du erst Stunden nach deiner Knie OP wieder etwas zu essen. Leichte Kost – Mir ist das eindeutig zu wenig. Deshalb sorge ich stets vor – aber ich kann die Nachwirkungen einer Narkose auf meinen Körper inzwischen auch sehr gut abschätzen. Wer keine Erfahrung hat, sollte sich an die Regeln halten. Etwas zu trinken bekommst du schon früher – immer in Abhängigkeit vom Wachheitsgrad und deinem körperlichen Zustand.

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Operiertes Bein fühlt sich seltsam an

Zurück im Zimmer wage ich den ersten Blick unter die Bettdecke und sehe mein geschwollenes und dickes Knie an. Aus dem Verband ragen zwei Wundsekret-Schläuche (Drainagen) und das Kniegelenk ist mit einer Knieorthese fixiert.

Das operierte Bein fühlt sich dumpf und schwer an, so als gehöre es nicht zu mir. Schmerzen habe ich aufgrund der Infusionen mit Schmerzmittel zu diesem Zeitpunkt kaum. In Abständen kontrolliert das Pflegepersonal den Blutdruck und Puls. Auch kontrolliert die Pflege, wie viel Wundsekret durch die Schläuche in deinem Knie abläuft. Hier rate ich dir, dass auch du den Flüssigkeitsstand in den Falschen im Auge behältst.

Meistens versuche ich nach dem ersten Stunden noch etwas zu schlafen, doch das gelingt mir eher selten. Deshalb lenke ich mich mit dem „Zappen“ durch die Fernsehkanäle ab. Gerne führe ich die ersten Telefonate, oft Fragen mich dann meine Freuden: Wann wirst du eigentlich operiert? So viel zu meinen Nachwirkungen aus der Narkose.

Endlich wird die erste Mahlzeit serviert. Danach fühle ich mich gestärkt bis die Blase drückt. Der Gang auf die Toilette zögere ich wohlwissend, immer hinaus.

Nachwirkungen Narkose und OP sind heftig beim Aufstehen

Bei einer Teilnarkose muss der Patient mit dem Aufstehen warten, bis das taube Gefühl in den Beinen völlig verschwunden ist. Das kann Stunden dauern, muss aber nicht!

Bei einem stabilen Kreislauf ist ein erstes Aufstehen nach der Vollnarkose jederzeit möglich und sogar gewünscht. Die erste Mobilisation findet immer mit dem Pflegepersonal statt. Aus gutem Grund:

„Langsam den Oberkörper aufrichten!“ mahnt das Pflegepersonal. Spätestens beim Sitzen an der Bettkante rebelliert mein Kreislauf. Das Blut schießt in das operierte Bein. Der Schmerz im Knie nimmt deutlich zu. Mir wird schlecht und ich möchte wieder Liegen. Kracht der Kreislauf endgültig zusammen, starte ich einige Zeit später den zweiten Versuch einige –  Der klappt meistens!

Ich humpele mit den Gehstützen und den Drainage im Schlepptau unsicher in das Bad. Dabei konzentriere ich mich ausschließlich darauf, das frisch operierte Bein nur mit der Fußsohle abzurollen. Meine leichten Kreislaufbeschwerden unterdrücke ich, indem ich meinen Blick nach vorne und nicht auf den Boden richte.

Im Bad angekommen, sinke ich erleichtert auf den Hocker und sehe mich zum ersten Mal im Spiegel. Das Gesicht bleich und von den Narkose Nachwirkungen gezeichnet. Jetzt nur noch auf die Toilette und etwas Wasser ins Gesicht spritzen. Die Schmerzen im operierten Knie nehmen mit jeder Bewegung zu. Jetzt nur schnell wieder ins Bett, in der Hoffnung, dass mein Kreislauf durchhält.

Spätestens 24 Stunden später beginnt für mich, noch im Krankenhaus, die frühe Kreuzbandriss-Reha. Was und wie diese im Detail funktioniert, findest du auch in den Online-Kurse und E-Books im Shop.

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