Nach Kreuzband Operation – Aufwachen mit Schmerzen

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Während und nach Kreuzband Operationen schlafen die Patienten tief und fest. Während dieser Zeit passieren interessante Details, die ich wissenswert finde. Dieser Artikel berichtet aus dem OP-Saal und dem Überwachungsraum. Die Gefühle beim Aufwachen aus der Narkose und die Schmerzen nach der Kreuzband OP sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Die Abläufe und Prozesse im Krankenhaus, im OP-Saal und im Aufwachraum hingegen ähnlich. Diese sind im ersten Teil „Abläufe im Krankenhaus“ vor der Kreuzband Operation zusammengefasst. Der zweite Teil erläutert die einzelnen Schritte im OP selber und beschreibt das Aufwachen aus der Vollnarkose mit allen Folgen.

Dauer einer Kreuzbandplastik OP

Die Operationszeit für einen Kreuzbandriss beträgt je nach Sehnen-Transplantat, Fixation und Erfahrung des Operateurs zwischen 45 Minuten und zwei Stunden.

Intensive Betreuung durch das Knie OP-Team

Im Operationssaal wird der Patient von einem Team von Spezialisten betreut:

  • Anästhesist
  • Anästhesie Pflegepersonal
  • Operateur
  • Ein bis drei Assistenten des Operateurs
  • Instrumentierendes OP-Personal, sie reichen die entsprechenden chirurgischen Instrumente an.

Je nach Größe und Umfang der Knie OP kümmern sich etwa drei bis fünf Ärzte und mindestens drei Personen vom Pflegepersonal um den Patienten.

Banner Kreuzbandriss Reha.jpg

Während der vorderen Kreuzband Operation

Schläft der Patient tief und fest startet die Knie OP. Der Tiefschlaft wird vor Beginn über Reflexe getestet. Bei einer Kreuzbandplastik OP beginnt die Knie Arthroskopie mit einem kleinen Hautschnitt (etwa 0,5 cm) in Höhe der Kniescheibe und der der Eröffnung der Kniegelenkkapsel. Anschließend schiebt der Operateur einen dünnen Kamera-Schlauch durch das Loch in das Kniegelenk. Die Kamera spendet im dunkeln Knie ausreichend Licht, und vergrößert für den Arzt die vorhandenen Strukturen auf dem Monitor. Gleichzeitig wird das Kniegelenk mit Kochsalzlösung gefüllt, um das Gelenk zu dehnen und die Sicht im Innern zu verbessern.

Der Operateur beginnt mit dem „Knie-Rundgang“. Er schaut sich alle Strukturen genau an und entscheidet, was bei der Knieoperation im Detail zu tun ist.

Danach setzt der Chirurg einen weiteren kleinen Hautschnitt. Diese Öffnung dient der Einführung der benötigten chirurgischen Instrumente. In Abhängigkeit von der Fixationsmethode und der entnommenen Sehnen kommen weitere Hautschnitte dazu. Der Hautschnitt für die Sehnenentnahme ist länger (3-4 cm).

Es folgt die Sehnenentnahme an der geplanten Stelle sowie deren Aufbereitung. Die Präparation der Sehnen geschieht außerhalb des Kniegelenks. Anschließend vermisst der Operateur das Kniegelenk und bohrt die Kanäle im Ober- und Unterschenkelknochen. Die Anzahl der angelegten Bohrkanäle hängt von der OP Technik ab; ebenso die Fixationsmethode der Sehnen.

Kurz vor OP Ende spült der Operateur das Kniegelenk gründlich aus und saugt die Flüssigkeit ab. Meistens bleibt etwas Restflüssigkeit und Luft im Kniegelenk zurück. In den ersten Tagen höre ich dieses Wasser-Luft Gemisch im Knie gluckern.

Falls der Kniechirurg eine Blutsperre verwendet, löst er sie gegen Ende der Kreuzband Operation, was zur Folge hat, dass es in das Kniegelenk hineinblutet. Das führt auch zur Schwellung und zum Kniegelenkerguss. Abschließend vernäht der Assistenzarzt die Hautschnitte. Die in der Operation gelegten Redon-Drainagen (zwei Sekret-Schläuche) saugen kontinuierlich die verbliebenen Flüssigkeitsreste und das Wundsekret ab. Die mit Fäden verschlossenen Wunden deckt der Arzt mit sterilen Pflastern ab. Das ganze Bein wickeln die Ärzte mit elastischen Binden ein. Das Personal schiebt den Patienten aus dem OP-Saal und transferiert den Patienten zurück in sein Krankenbett.

Während der Knieoperation filmt oder fotografiert der Operateur alle Details der Verletzung und deren operative Behandlung. Diese Bilder bekommt der Patient. Hier ein Knie OP Video.

Ständige Narkoseüberwachung und Kontrolle

Nach Kreuzband Operation - Schmerzmittel

Nach Kreuzband Operation – Schmerzmittel | Foto: Rainer Sturm/ pixelio.de

Sobald der Patient schläft, intubieren die Narkoseärzte. Dies dient dazu, dass die Atemwege während der Narkose offen bleiben. Dazu schiebt der Anästhesist die Maske (Larynxmaske) über den Mund bis kurz vor den Kehlkopf und dichtet dort mit einem aufblasbaren Luftwulst ab. Diese Maske wird vor dem Aufwachen aus der Narkose wieder entfernt, so dass der Patient davon nichts mitbekommt. Ich spüre hinterher immer ein leichtes Kratzen im Hals.

Während der Knie OP überwacht der Anästhesist die Tiefe der Narkose sowie alle wichtigen Kreislaufwerte über seine Monitore. Bei Bedarf geben sie sofort zusätzlich Schlaf- oder Schmerzmittel. Der Kniechirurg und der Narkosearzt halten sich über den Fortgang der Operation auf dem Laufenden und so manches mehr.

Ab in den Aufwachraum nach Kreuzbandruptur

Nach Beendigung der Kreuzband OP fahren sie den Patienten in den Aufwachraum. Dort kümmert sich ein Team aus Anästhesisten und Pflegepersonal um einen. Allmählich lässt die Wirkung des Narkosemittels nach und das Pflegepersonal regestiert, dass der Operierte demnächst wachen wird. Manchmal führen sie zusätzlich Sauerstoff über eine Maske oder einen Nasenschlauch zu. Je nach Klinik liegt das operierte Bein auf einer Lagerungsschiene oder frei im Bett.

Nach Kreuzband Operation ein Aufwachen mit neuer Kreuzbandplastik

Eben noch Dunkelheit, nun ein grell erleuchteter Aufwachraum. Die Überwachungsgeräte piepen, das Blutdruckgerät pumpt in regelmäßigen Abständen und im Bett nebenan liegt ein operierter Mitpatient. Es ist eine Art „Auftauchen“ aus einem traumlosen Schlaf. Millisekunden nach dem Aufwachen ist der Schmerz im Gehirn präsent. Dumpf und ziehend am stärksten in der Kniekehle. Spätestens jetzt wird einem klar, was eine Kreuzbandriss OP bedeutet. Mein erster Griff geht immer an das operierte Bein, ich überprüfe das Druckgefühl und die Anzahl der Drainagen.

Schmerzen nach Kreuzband OP

Ich wache immer mit Schmerzen aus einer Operation am Knie auf. Das gehört dazu, außer natürlich bei einer Regionalanästhesie. Die Ärzte verschleiern diese Tatsache gerne, indem sie betonen, dass es Schmerzmittel gibt. Stimmt und trotzdem tut es weh. Mal mehr, mal weniger! Die Intensität der Knieschmerzen variiert in Abhängigkeit folgender Faktoren:

  • Dem individuellen Schmerzempfinden: Menschen fühlen unterschiedliche Toleranzgrenzen für Schmerzen. Auch reagieren Patienten unterschiedlich gut auf die verschiedenen Schmerzmedikamente. Einige Patienten benötigen mehr Medikamente, andere hingegen weniger. Bei dem Patient wirkt das Mittel besonders schnell beim anderen dauert es länger.
  • Von der Erfahrung und der Erwartungshaltung: Meine Knieschmerzen sinken mit der steigenden Anzahl von Knieoperationen; was objektiv natürlich nicht stimmt. Aber ich kenne und erwarte diese Art von Schmerzen, ich bin quasi darauf vorbereitet und fühle sie dadurch weniger. Nach meiner ersten Kreuzband OP war ich „überrumpelt“. Ich hatte keine Vorstellung von dem Ausmaß und hatte das Gefühl mir „saugt“ jemand die Kniekehle aus.
  • Von der Dauer und der Art der Knieoperation: Alle Arthroskopien bei denen Knochenteile verletzt werden, sind schmerzhafter. „Einfache“ Meniskusoperationen hingegen weniger, da der Meniskus selber nicht mit einem Nervengeflecht durchzogen ist. Auch die Wahl der Sehne spielt eine Rolle (Autograft vs. Allograft).
  • Vom Operateur selber und seinem Handwerk: Man kann so und so operieren.
  • Von der Menge der Schmerzmittel im Blut: Die Ärzte geben bei Bedarf Schmerzmittel im OP-Saal und im Aufwachraum. Gleichzeitig baut der Körper diese Medikamente im Blut wieder ab. Die Konzentration der Medikamente im Blut variiert also und damit das Empfinden von Schmerzen beim Aufwachen. Im günstigen Moment sind die Schmerzen durchaus erträglich. Im anderen Fall wird sofort gehandelt, denn die erste Frage nach dem Augenaufschlag lautet immer: „Haben Sie Schmerzen?“ Ein Nicken genügt.

Die Dauer des Aufenthalts im Aufwachraum beträgt etwa ein bis zwei Stunden. Je nach Größe und Verlauf der Knieoperation. Mit der Verlegung auf die Normalstation ist die Kreuzband OP endgültig überstanden. Die Kreuzband Reha nicht.

Nach Kreuzband Operation – Teil 3 – Normalstation – Auf wacklige Knien.

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