Meniskustransplantation – Spendermeniskus im Knie gerettet (Teil 5)

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Nach der totalen Entfernung des Innenmeniskus wurde ein Spendermeniskus für mich gefunden. Die Meniskustransplantation verlief zunächst erfolgreich. Doch nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose zeigte sich eine unerwartete Komplikation. Mein operiertes Bein fühlte sich knieabwärts taub an. Mein Operateur entschied sich für eine erneute Knieoperation keine 24 Stunden nach der ersten Meniskustransplantation. Das schnelle Handeln rettete mein Gefühl im Bein.

Aufwachen nach der zweiten Meniskustransplantation (Allograft)

Helles Licht und diesmal völlige Ruhe im Aufwachraum. Ich bin mit der zuständigen Pflegeperson alleine im Raum. Mein Blick geht auf die große Uhr an der Wand gegenüber, es ist vor Mitternacht. Die zweite Knie OP scheint vorüber zu sein, noch spüre ich nichts durch den dicken Verband. In meinem Kopf gibt es nur einen Gedanken: hoffentlich ist diese Meniskus OP erfolgreich verlaufen. Die Schwester schaut nach mir, ich bitte sie, meine Zehen zu berühren. Ich spüre ihre Hand deutlich. Ein Lächeln, die OP ist für mich gelungen. Mehr erfahre ich in dieser Nacht nicht, mein Chirurg ist inzwischen im wohlverdienten Wochenende. Zurück auf meiner Station benötige ich erst einmal einen kleinen Mitternachtssnack. Die Erleichterung ist groß, die Schmerzmittel wirken und ich schlafe bis zum nächsten Morgen durch.

Wieder ein erster Tag mit dem Meniskusersatz

Mein Kreislauf ist stabil, ich humple in Begleitung ins Bad und spekuliere mit dem Gedanken unter die Dusche zu stehen bzw. zu sitzen. Nach wenigen Minuten auf den Beinen wird mir klar, dass mich die zwei Operationen meiner Kräfte beraubt haben und ich verschiebe mein Vorhaben. Mein Arzt ruft an, er erkundigt sich nach dem Operationsergebnis und informiert mich, was die Ursache war. Ein Geflecht von Nerven liegt bei mir anatomisch gesehen an einer ungewöhnlichen Stelle, zudem ist es so fein verästelt, dass mit bloßem Auge nicht zu erkennen war. Das gesamte Meniskustransplantat musste gelöst und wieder neu vernäht werden. In der Hoffnung, den eingenähten Nerv nicht erneut zu verletzten. Nach diesem Gespräch wurde mir endgültig klar, wie viel Glück ich gehabt habe. Das schnelle Entscheiden und vor allem das Handeln meines Arztes rettete mir mein Gefühl im Bein. Denn ist ein Nerv erst längere Zeit „abgedrückt“, sinken die Chancen auf eine vollständige Heilung.

Reha nach Meniskusnaht

Nachbehandlung nach der Meniskustransplantation

Nach der Transplantation mit einem Spendermeniskus darf das Kniegelenk nicht belastet werden. Lediglich Sohlenkontakt ist in den ersten Tagen an Gehstöcken erlaubt. Die Tage im Krankenhaus sind gefüllt mit Lymphdrainage, erste Physiotherapie Übungen und Kühlen. Zweimal am Tag wird das Bein schmerzabhängig bis maximal 60 Grad auf der motorisierten Bewegungsschiene durchbewegt.

Präventiv werden alle acht Stunden intravenös Antibiotika über mehrere Tage verabreicht. Die Schmerzmittel sind in Kombination mit einem Magenschutz einzunehmen. Trotzdem rebelliert der Magen, das ist bei dem Mix von Medikamenten nicht ungewöhnlich. Insgesamt muss ich sagen, dass die Meniskustransplantation ein heftiger Eingriff für das Kniegelenk ist. Die Schmerzen liegen deutlich über der Kreuzbandplastik OP und auch die Nachbehandlung ist in Dauer und Intensität mit einer Kreuzband OP nicht vergleichbar. Die Meniskus Behandlung mit einem Spendermeniskus ist ein einschneidendes Ereignis.

Narben nach Meniskustransplantation mit Spendermeniskus

Narben nach Meniskustransplantation mit Spendermeniskus | Foto: knie-marathon.de

Die Wunddrainage werden zwei Tage nach der Meniskus OP gezogen. Natürlich ist das nicht angenehm; im Vergleich mit dem Rest aber nicht erwähnenswert. Die Meniskustransplantation hinterlässt fünf neue OP Wunden, drei kleinere und zwei größere Nähte. In der Regel sind diese nach 10 bis 12 Tagen verschlossen und die Fäden können gezogen werden.

Rehabilitation nach der Meniskustransplantation

Ich werde in weiteren Artikeln über den Rehabilitationsverlauf einer Meniskustransplantation berichten. Diese ist in der zeitlichen Abfolge ähnlich einer Meniskusnaht nur im Beschwerdebild abweichend. Da die Meniskustransplantation in Deutschland wenig durchgeführt wird, haben auch die Physiotherapeuten und die behandelnden Arzte außerhalb der Kniezentren kaum Erfahrung damit. Ich habe Orthopäden in der Nachbehandlung erlebt, die nicht einmal wussten, dass Meniskustransplantationen möglich sind. Ich werde meine persönlichen Erfahrungen in der Meniskus Reha nach der Transplantation weitergeben.

Spendermeniskus (Allograft) ist kein Meniskusimplantat

Die Transplantation mit einem Spendermeniskus ist für Patienten geeignet bei den noch keine deutliche Arthrose vorliegt und der eigene Meniskus vollständig entfernt wurde. Eine Meniskusrestleiste ist kaum noch vorhanden oder qualitativ in einem so schlechten Zustand, dass ein künstliches Meniskusimplantat nicht angenäht werden könnte.

Das künstliche Meniskusimplantat besteht hauptsächlich aus hochgereinigten tierischen Kollagen und dient ebenfalls als Meniskusersatz. Das Meniskusimplantat kommt zum Einsatz, wenn noch eine intakte Meniskusrestleiste vorhanden ist und die Chance besteht, dass das Implantat dort gut verankert werden kann. Das Meniskusimplantat besteht aus einer schwammähnlichen Struktur und wird arthroskopisch eingepflanzt. Die poröse Struktur des Meniskusimplantates dient als Gerüst für körpereigene Zellen, was wiederum zu Bildung von neuem Meniskusgewebe führt. Die Teilentlastung auf Gehstützen beträgt etwa 6 bis 8 Wochen, sie ist der Teilentlastung mit einem Spendermeniskus sehr ähnlich.

Rehabilitation nach Meniskustransplantation/Meniskusnaht ein komplettes Nachbehandlungsschema mit vielen Knieübungen speziell nach der Meniskus-OP.

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