Meniskus Behandlung – Warten und endlich ein Meniskusersatz (Teil 2)

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Meniskus Behandlung und Wartezeit – „Meniskusersatz von einem Toten?!“ Diesen Satz habe ich im letzten Jahr mehrfach gehört – auch von Fachärzten! Ein Meniskusersatz mit menschlichen Spendergewebe (Allograft) ist in Deutschland eine wenig verbreitete und bekannte Knieoperation. Doch bei einem vollständigen Meniskusverlust besteht die Möglichkeit zu einer Meniskustransplantation. Das Verfahren entspricht dem der Organspende. Ein geeigneter Spendermeniskus wird gesucht und in das betroffene Kniegelenk eingenäht. Das transplantierte Meniskusgewebe wächst anstelle des gerissenen Meniskus ein und kompensiert den eigenen Meniskusverlust. Soweit die Theorie, die Praxis beschreibe ich in dieser Artikelserie.

Kein künstlicher Meniskus sondern ein menschlicher Meniskusersatz

In dem Artikel „Meniskus Behandlung Teil 1 – Letzter Ausweg Transplantation“ habe ich die Voraussetzungen für eine Meniskusersatz Transplantation und die damit verbundenen Risiken beschrieben. Der Artikel endete mit der Hoffnung, dass die Meniskusspende bald eintrifft. Verglichen mit der Wartezeit auf Organspenden ist die Phase des Wartens auf einen neuen Meniskusersatz relativ kurz. Auf Foren ist zu lesen, dass es in anderen Ländern viel länger dauert aber auch sehr viel schneller gehen kann. Eine Richtmarke laut meinem Arzt sind Monate. Es hängt auch daran, welche Größe der Meniskus haben muss und ob es ein Innen- oder Außenmeniskus sein soll. Fakt ist, dass der gespendete Meniskus in der Größe genau passen muss. Wegschneiden funktioniert nicht. Weitere Einflussgrößen auf die Wartezeit sind die behandelnde Klinik, die länderspezifische Gesetzgebung für Transplantation und die Dringlichkeitsstufe des Patienten.

Lange Warten auf den Meniskusersatz hat ein Ende

Warten auf den Meniskusersatz für die Meniskustransplantation

Warten auf den Meniskusersatz | Foto: Rainer Sturm /pixelio.de

Ich hatte in dieser Zeit mein Handy immer griffbereit. Ein Leben im Stand-by Modus -ich wartete auf den entscheidenden Anruf, in dem mir die behandelnde Klinik mitteilt, dass es einen Spendermeniskus für mich gibt. Nach vier Monate des Wartens kam endlich der erlösende Telefonanruf. Der Spendermeniskus oder mein zukünftiger Meniskusersatz war da. Schnell war ein Operationstermin vereinbart und mir blieben nur wenige Tage zur Vorbereitung. Meine Checklisten zur „Vorbereitung einer Knieoperation“ sowie die „Packliste für den Klinikaufenthalt“ unterstützen mich dabei. Kurz vor der Meniskustransplantation findet noch eine Blutabnahme beim Hausarzt statt. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, da ein geringes Restrisiko für Infektion bei Meniskustransplantationen vorliegt. Bei mir war die Freude größer als die Angst mich über den Meniskusersatz mit HIV, Hepatitis oder anderen Krankheiten anzustecken.

Operationsvorbereitung für die aufwendige Knie OP    

Der Klinikaufenthalt war für vier bis fünf Tage geplant. Da es nicht meine erste Knieoperationen fühlte ich mich im Verhältnis zum Ausmaß dieses Eingriffes entspannt. Im war nur erleichtert, dass die Zeit des Wartens zu Ende war. Zum Glück ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, was noch alles im Rahmen dieser Meniskusersatz OP auf den Patienten zukommt. Optimistisch blickte ich in die Zukunft.

Ich reiste am Vorabend der Operation mit meinen Gehhilfen und der Knieorthese im Gepäck an. Es war ein schöner und sehr heißer Sommertag. Mir schauderte beim dem Gedanken, die nächsten Tage an das Bett „gefesselt“ zu sein. Das Anästhesie Vorgespräch fand am Vorabend statt.

Nach zehn Knieoperationen ist das Narkosegespräch für mich genauso Routine, wie für den Arzt. Doch nur fast! Denn diesmal traf ich eine Entscheidung, die mich vor einer großen Katastrophe bewahrte. Die Eingebung lautete: Kein Schmerzkatether in der Leiste, obwohl dieser Femoralis-Katheter bei dieser Art von großer Knieoperation durchaus üblich ist. Wieso ich diese ungewöhnliche Entscheidung fällte, ist mir bis heute ein Rätsel, denn die Meniskustransplantation gilt als eine der schmerzhafteren arthroskopischen Knieoperationen überhaupt.

Ein Leistenkatheter ist im Prinzip eine feine Sache, da das operierte Bein nach der Knieoperation durch den Katheter kontinuierlich mit Schmerzmitteln versorgt wird. Das Bein ist völlig betäubt und damit schmerzfrei. Trotzdem entschied ich mich für eine steuerbare Schmerzpumpe in Form eines Venenkatheters. Nicht ganz so effektiv.

Das penibel rasierte und mit einen schwarzen Kreuz markierte Bein ließ mich den Rest des Abends die morgige OP nicht mehr vergessen. Als Ablenkungsmanöver verbrachte ich den lauen Sommerabend  in der Stadt und aß ein großes Eis. Die Nacht war unruhig und ich erwachte früh am Morgen.

Reha nach Meniskusnaht

Am Operationstag selber immer noch Warten

Der Kaffeeduft meiner Bettnachbarin stieg mir in die Nase. Sehnsuchtsvoll blickte ich auf die frischen Brötchen mit Marmelade. Ich selber musste nüchtern bleiben, denn die Knie OP war für 11 Uhr angesetzt. Aus Erfahrung wusste ich, dass diese Zeitenangaben immer sehr vage sind. Ich machte mich auf einen zähen Vormittag gefasst und zappte durch sämtliche TV-Kanäle. Das „kleidsame“ Unisex-OP Hemd und den Antithrombosestrumpf ziehe ich in der letzten Minute an, was das Pflegepersonal nicht toll findet. Egal, ich brauche das Gefühl von Nicht-Krankheit..

Die Sonne schien auch an diesem Vormittag und die Klimaanlage kühlte das Zimmer angenehm herunter. Es wurde 11 Uhr, es wurde 12 Uhr. Das Mittagessen meiner Bettnachbarin quittierte mein  Magen mit einem lauten Knurren. Kurz darauf kam eine Krankenschwester herein und erklärte mir, dass es Verzögerungen gab. Es aber nun bald losginge. Im Warten geübt, ging es um 13 Uhr endlich los. Es mag seltsam klingen aber der schlimmste Moment vor einer Knie OP, ist für mich die Fahrt im Bett zum OP Trakt. Der Aufzug scheint nie zu kommen; Minuten fühlen sich wie Stunden an.

Vollnarkose und deren Einleitung

Eine Meniskusersatz OP dauert etwa zwei Stunden und findet unter Vollnarkose statt. Im Vorbereitungsraum des OP Traktes muss ich von meinem Krankenbett auf den wirklich schmalen fahrbaren OP Tisch „umsteigen“. Das OP Personal bemühte sich auch diesmal wieder sehr. Sie versuchen dem Patienten diese viertel Stunde so angenehm, wie möglich zu gestalten. Je nach Klinik bekommt man vorgeheizte Tücher, die sie einem um die Beine und Hüfte legen. Das ist sehr angenehm, da es in OP Saal sehr kühl ist., um den Viren und Bakterien das Leben schwerer zu machen.

Das OP Pflegepersonal checkte die Medikamentenunverträglichkeiten und besondere Risiken ab. Anschließend wurde das Elektrokardiogramm (EKG) zur Überwachung der Herztätigkeit angelegt und ein passender intravenöser Venenzugang gesucht. Um das zu operierende Bein wurde locker die Manschette für die Blutsperre gelegt. Mein Operateur schaute herein. Die letzte Möglichkeit für Fragen oder vom OP Tisch zu springen. Dann wurde das Narkosemittel in die Vene gespritzt und die Wirkung trat innerhalb von Sekunden ein.

Im nächsten Artikel Meniskusbehandlung Teil 3 und Teil 4.gehe ich genau auf das Operationsverfahren beim Meniskusersatz ein. Ich schreibe über mein Aufwachen aus der Meniskus OP und die Komplikationen. Für alle Interessierten habe ich mein OP Video – Meniskustransplantation eingestellt.

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