Meniskus Behandlung – Letzter Ausweg Transplantation (Teil 1)

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Meniskus Behandlung – Beim totalen Meniskusverlust hilft Meniskustransplantation. Nach einer Kontrolluntersuchung lautete das Fazit meines Arztes: „Ihre Arthrose im Knie schreitet voran. Sie sollten über einen Spendermeniskus nachdenken!“ Diese Aussage kam keine drei Jahre nach der totalen Entfernung meines Innenmeniskus. Jetzt handeln – bevor es zu spät ist!

Behandlung von Meniskusverlust

Mehr als die Hälfte aller Kniegelenksarthroskopien stehen in Zusammenhang mit dem Meniskus. Als Stoßdämpfer und  Stabilisator spielt der Meniskus eine wichtige Rolle. Sein Erhalt ist oberste Priorität jeder Meniskus OP, denn die Behandlungsmethoden für das schmerzhafte Knie nach einem großen Meniskusverlust sind eingeschränkt. Für Patienten mit teilweisem Meniskusverlust sind Meniskusimplantate auf dem Markt. Derzeit existiert kein „künstliches“ Implantat, das sich für einen kompletten Meniskusersatz eignet. Die einzige Alternative für Patienten mit vollständiger Meniskusentfernung stellt die Meniskustransplantation mit einem Spendermeniskus dar. Doch gespendete Menisken sind „Mangelware“.

Folgen der Meniskusentfernung

Patienten, die bereits in jüngeren Jahren einen Großteil ihres Meniskus verlieren, entwickeln häufig eine Früharthrose. Experten diagnostizieren einen vorzeitigen Gelenkverschleiß nach Meniskusentfernung innerhalb der ersten zehn Jahre. Ohne Innenmeniskus sind es etwa 25% der Patienten, beim fehlenden Außenmeniskus 50%. Bei der Früharthrose ist im Gegensatz zu einer Arthrose der Gelenkspalt noch weitgehend erhalten und Osteophyten sind noch nicht ausgebildet.

Bei mir zeigte die MRT- Auswertung innerhalb von drei Jahren nach der Meniskustotalentfernung erste deutliche Anzeichen von einem Gelenkverschleiß. Die Knorpeldicke reduzierte sich ungewöhnlich schnell. Ich  hatte ständig Schmerzen nach Belastung im Bereich der Oberschenkelrolle und des Schienbeinkopfes. Zudem Flüssigkeit im Knie (Gelenkerguss).

Passender Patient für eine Meniskustransplantation

Meniskus Behandlung vor Allograft-Meniskus Transplantation

Meniskus Behandlung nach Entfernung | Foto: knie-marathon.de

Der ideale Patient für eine Transplantation mittels Meniskusspende (Allograft) ist eine Person mit noch weitgehend intaktem Knorpel, gerader Beinachse und stabilen Bändern. Ist dies nicht der Fall müssen diese Begleitverletzungen ebenfalls ein- oder zweizeitig mitkorrigiert werden. Bestenfalls ist der Patient noch „jung“ (< 45 Jahre), normalgewichtig und bereit, eine sehr lange Reha-Phase auf sich zu nehmen.

Als Kontraindikationen gelten entzündliche Gelenkserkrankungen, ausgeprägte synoviale Erkrankungen, Immunschwäche, fortgeschrittene Knorpelveränderungen (Chrondromalazie über Grad 2°) sowie Zustände nach Gelenksinfekten. Ebenso ist eine alleinige Knorpelzelltransplantation ohne Meniskustransplantation wenig zielführend.

Aufnahme in die Liste für Gewebespenden

Besteht die Indikation für einem menschlichen Meniskusersatz werden die Beinachsenstellung und deren Länge über ein Kernspinaufnahme (Computer Tomographie CT) ermittelt. Anschließend errechnet der Arzt die erforderliche Größe des Meniskus Transplantat mit Hilfe der MRT-Aufnahme (Magnetresonanztomografie). Dann bestellen die Kliniken den Innen- oder Außenmeniskus bei einer zertifizierten Gewebebank (meist in den USA). Das Spendergewebe steht nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Die Wartezeiten deshalb mehrere Monate. Alle Menisken stammen ausschließlich von Spendern, die der Entnahme zu Lebzeiten zugestimmt haben. Die Operation mit einer Meniskusspende bezahlt in Deutschland die private und gesetzliche Krankenkasse. In der Schweiz bezahlen Krankenversicherungen diese Art von Operationen in der Regel nicht.

Wenige Meniskustransplantation in Deutschland

In Deutschland ist die Anzahl von Meniskustransplantation noch verschwindend gering. Es gibt nur wenige Kliniken, die sich auf diese Art von Meniskus Operationen spezialisiert haben. Dort führen erfahrende Chirurgen pro Jahr etwa 15 bis 20 Meniskus-Allograft-Operationen durch. Der Eingriff ist für den Operateur technisch höchst anspruchsvoll. Viel Erfahrung und Übung sind Voraussetzung für den Knie OP Erfolg.

Lange Planungs- und Wartezeiten, der Mangel an Spendertransplantaten und das restriktive Transplantationsgesetz machen es dem Patienten nicht gerade leicht, sich für diese Art von Operation zu entscheiden.

Die aufwendigen internen Verwaltungsarbeiten zur Beschaffung einer Gewebespende und die verhältnismäßige geringe Vergütung für den Operateur machen diese Art von Meniskus Behandlung nicht (finanziell) lukrativ.

Meniskus Behandlung und Fachwissen

Niedergelasse (Fach-)Ärzte vor Ort sind über diese Meniskus Behandlung nicht ausreichend informiert.  Von fünf niedergelassenen Orthopäden, die mir während meiner Nachbehandlung begegnet sind, wussten nur zwei Mediziner, dass es diese Art von Meniskus Operation gibt. Ein Kniechirurg behauptete sogar, ich müsste mich irren!

Erfahrungshorizont beträgt zehn Jahre

Ergebnisse von Meniskustransplantationen sind nur zehn Jahre wissenschaftlich belegt. Längere qualitativ hochwertige Langzeitstudien gibt es noch nicht. Ein Risiko, was Fachärzte und Patienten gleichermaßen abschreckt. Schließlich beträgt die Reha Zeit nach einer Meniskustransplantation ein Jahr. Die Rechnung ist einfach: 10 -1 = 9 Jahre beschwerdefrei und das ohne Garantie. Die Hoffnung besteht das der gespendete Meniskus länger überlebt. Eine absolute Sicherheit gibt es auch mit Langzeitstudien nicht.

Reha nach Meniskusnaht

Risiken einer Meniskus Behandlung mit einer Spende

Als Gewebeempfänger trägt man ein sehr geringes Risiko sich über eine Meniskusspende zu infizieren. Alle Gewebespender sind mit Tests und Laboruntersuchungen untersucht; ein Restrisiko bleibt immer. Deshalb muss sich der Empfänger vor der Transplantation gewissen Labortests unterziehen (z.B. ein HIV -, Hepatitis-, Syphilistest  u.a.). Ansonsten bestehen bei dieser Art der Meniskus Behandlung die gleichen Risiken, wie bei jeder Knie OP (Infektion, Nervenverletzung, Verklebungen, Narkose usw.). Abstoßungsreaktionen gibt es äußerst selten und nach der Transplantation sind keine Medikamente zur Unterdrückung der Immunreaktion notwendig.

Warten bis der Anruf kommt

Hat man sich  zur Transplantation durchgerungen beginnt die lange Zeit des Wartens. Es ist ein komisches Gefühl, wenn täglich der Anruf kommen kann – ein Leben im Stand-by-Modus.  Wie es mir während dieser Zeit ging, beschreibt der Artikel „Meniskus Behandlung Teil 2 – Endlich ein Meniskusersatz.“

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