Kreuzbandriss Reha Start – 24 Stunden nach der Knie OP

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Kreuzbandriss Reha 1. und 2. Tag: Was passiert nach der Kreuzband-OP im Krankenhaus? Kurz nach der Operation am Kreuzband kommt der zuständige Operateur vorbei: „Ihre Kreuzband-OP ist gut verlaufen, wir konnten Ihr Kreuzband planmäßig ersetzen“. Nach diesem Satz ist die Erleichterung groß und der Patient schläft beruhigt wieder ein. Spätestens beim ersten Aufstehen beschleicht jeden frisch operierten Patienten eine erste Ahnung, wie heftig das Ausmaß der Routine-Operation „Kreuzbandriss“ tatsächlich ist.

Neben „einschießenden“ Schmerzen spürt der Patient zum ersten Mal, dass sich sein Bein seltsam „fremd“ anfühlt. Die Ansteuerung der Oberschenkelmuskulatur funktioniert nicht richtig und koordinative Beinbewegungen fallen schwer.

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Hilfe nach der Kreuzband-OP „schwimmt“ mein Knie

Das Defizit in der Beinkoordination wird durch die Schmerzen, die Medikation und die Schwellung begünstigt aber leider nicht allein. Dem neuem Kreuzbandersatz fehlen die wichtigen Nerven und Rezeptoren. Das Erlangen einer Koordination und Tiefenwahrnehmung erfordert eine Menge an Aufbauarbeit und Geduld. Das alles funktioniert nicht von alleine. Jetzt ist eine intensive Kreuzbandriss Reha ist notwendig. Das Kniegelenk muss vieles wieder neu lernen: Der Reha-Plan mit den einzelnen Phasen der Kreuzbandriss Reha und ihre Zielsetzungen, hilft weiter.

Durch die Verletzung des Kreuzbandes bzw. die Entfernung der Gelenkrezeptoren in der Kreuzband-OP kommt es zu einer Verschlechterung der Eigenwahrnehmung (Propriozeption). Die fehlende Rückmeldung aus den benötigten Rezeptoren führt zu einer verminderten Koordination. Die Ansteuerung der Nerven ist verändert und damit die Bewegung der Muskeln. Das Kniegelenk „gehorcht“ verzögert und verlangsamt.

Der Patient bemerkt eine verminderte Gleichgewichtsfähigkeit, ein schlechteres Gefühl für seine Gelenkwinkelstellungen, sowie eine geringere Aktivierung der Oberschenkelvorderseite und eine stärkere Aktivierung der Oberschenkelrückseite.

Vordere und hintere Kreuzbänder sind passive Stabilisatoren

Zusätzlich zu den Muskeln des Ober- und Unterschenkels sorgen das vordere und hintere Kreuzband für Kniestabilität, denn dem Kniegelenk fehlt weitgehend die knöcherne Führung. Das Knie ist somit bei seiner Funktionserfüllung auf die aktiven und passiven Stabilisatoren im Gelenk angewiesen. Hierbei ergänzen sich die Muskeln (auch Bein, Fuß und Rumpf), Bänder, Menisken und die Kniegelenkkapsel gegenseitig. Sie sind ein „eingespieltes“ Team, das sich in ihrer Funktionsweise optimal unterstützt. Jetzt fällt ein wichtiger „Spieler“ – das vordere Kreuzband, plötzlich aus.

Das vordere Kreuzband stabilisiert den Unterschenkel gegen Verschiebungen nach vorne. Das hintere Kreuzband verhindert ein Abgleiten nach hinten. Als seitliche Stabilisatoren dienen das Innen- und Außenband. Der Meniskus bildet eine Pufferzone und sorgt für ein perfektes Gleiten des Oberschenkelknochens auf dem Unterschenkelknochen. Der neue Kreuzbandersatz war in seinem „Vorleben“ eine Sehne und ist seiner neuen Aufgabe noch nicht gewachsen. Dies lernt die Kreuzbandplastik erst stufenweise in der Kreuzbandriss Reha. Deshalb „schwimmt“ das Knie am Anfang und fühlt sich „wackelig“ an.

Oberschenkelmuskulatur stabilisiert das Kniegelenk aktiv

Der bedeutendste aktive Stabilisator für das Kniegelenk ist die Oberschenkelmuskulatur. Sie ist nach einer Kreuzbandriss OP und deren Immobilisation geschwächt und muss entsprechend in der Kreuzbandriss Reha aufgebaut werden.

Der vierköpfige Schenkelstrecker (Quadrizeps femoris) ist der wichtigste aktive Stabilisator im Oberschenkel. Ihm wird in der Kreuzbandriss Reha eine große Aufmerksamkeit geschenkt, da sich diese Muskelgruppe schnell zurückbildet (atrophiert) und häufig Koordinationsstörungen verursacht.

Weitere Muskelgruppen, die der Stabilisation im Kniegelenk dienen:

  • Sämtliche Muskeln der Oberschenkelrückseite (engl. Hamstrings),
  • Rumpfmuskulatur (engl. Core),
  • Oberschenkeladduktoren (Adduktoren)
  • Oberschenkelabduktoren (Abduktoren) sowie diverse „kleinere“ Muskelgruppen auch im Fußgewölbe.

Für die Kniegelenkstabilität sind auch der Halbsehnenmuskel (M. semitendinosus) und der Schlankmuskel (M. gracilis) verantwortlich; deren Sehnenanteile für die Kreuzbandplastik verwendet werden.

Dabei ist der Halbsehnenmuskel hauptsächlich für die Streckung (Extension) im Hüftgelenk, die seitliche Heranführung (Adduktion) und Innenrotation des Knies mitverantwortlich. Der Schlankmuskel bewirkt die Beugung (Flexion) und ebenfalls die innere Rotation des Kniegelenkes.

Glücklicherweise werden diese Bewegungen nicht allein von diesen zwei Muskeln gesteuert, so dass deren vorübergehender „Ausfall“ nach der Kreuzband-OP kompensiert wird. Gerade in der Anfangsphase der Kreuzbandriss Reha sind Bewegungen, die diese Muskelgruppe betreffen problematisch.

Nichtsdestotrotz gerade die Muskeln der Beinrückseite sind wichtigste Präventionsfaktoren im Kampf gegen den erneuten Kreuzbandriss.

Kreuzbandriss Reha Training beginnt bereits im Krankenhaus

Mit jedem Tag der Immobilisation verliert der Mensch Muskelmasse. 1 bis 6 % Muskeln pro Tag verschwinden, wenn keine aktive Gegensteuerung durch Training stattfindet. Deshalb beginnt die Kreuzbandriss Reha nachdem die Drainagen im Knie gezogen sind.

Mobilisation und Lymphdrainage nach der Kreuzbandoperation

Der Patient muss, kaum aus der Vollnarkose erwacht, zusammen mit dem Physiotherapeuten sein Knie bewegen bzw. mobilisieren. Spaß sieht anders aus! Aber diese milde Form des Knie Trainings lohnt sich und hilft auch gegen die Schmerzen im Kniegelenk. Als „Belohnung“ bekommt der Patient unter Umständen noch eine Lymphdrainage; dies ist nicht immer der Fall). Diese manuelle Behandlung regt das lymphatische System an und bewirkt das schnellere Abschwellen.

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Schmerzen nach der Kreuzbandriss-OP

Spätestens nach ein bis zwei Tagen lässt der heftige Ruheschmerz deutlich nach. Liegen die Drainagen „unglücklich“, verursacht die Sogwirkung der Drainagen ebenfalls ein schmerzhaftes Ziehen. Nach dem die Sogwirkung der Unterdruck-Schläuche weg ist, werden auch die Schmerzen besser.

Weitere Tipps zur Schmerzlinderung nach der Kreuzband-OP: Richtiges Kühlen, Reduktion der Schwellung im Knie, Narbenpflege und Wundheiltung.

Isometrische Anspannungsübungen als Kreuzbandriss Reha Start

Die Kreuzbandriss Reha beginnt mit isometrischen Anspannungsübungen. Das ist eine erste Form von einem Koordinationstraining. Diese Anspannungsübungen zeichnen sich durch wiederholende Muskelkontraktion aus, ohne den Muskel in seiner Länge zu verändern. Eine aktive Bewegung z. B., durch die Beugung des Beines findet nicht statt. Es wird ausschließlich die Muskulatur angespannt und diese Spannung für mehrere Sekunden gehalten. Regelmäßig ausgeführt, erhält isometrisches Training, die vorhandene Muskelkraft bis zu einem gewissen Grad.

Die vorgestellten Übungen sind einfach durchführen und der Erfolg bei konsequenter Übung bald erkennbar. Das Knietraining für Anfänger ist in liegender oder auch sitzender Position möglich.

Wichtig – Bitte nicht einfach ungeprüft nachmachen!

Sämtliche Knieübungen in diesem Beitrag sind ausschließlich für eine isolierte vordere Kreuzbandplastik geeignet. Spezielle und vor allem komplette Nachbehandlungspläne zu Kreuzbandrissen mit Begleitverletzungen oder anderen Knieverletzungen gibt es im Shop. Die vorgestellten Übungen in den verschiedenen Beiträgen sind nur Auszüge und stellen kein ganzheitliches Therapieschema dar.

Übung 1: Anspannen der Oberschenkel

Kreuzbandriss Reha Übungen 1. Tag post OP (a)

Kreuzbandriss Reha Übungen 1. Tag post OP (a) | Foto: knie-marathon.de

Zur Stärkung der vorderen Oberschenkelmuskulatur eignet sich am besten das isometrische Oberschenkel Training (Quadrizepstraining).

Die Übung wird ohne Knieorthese liegend oder sitzend im Bett durchgeführt. Als Unterlage für das Knie dient ein Handtuch, ein dünnes Kissen oder die eigene Hand. Dies schützt das Knie vor dem schmerzhaften „Durchhängen“.

Ausführung: Die Kniekehle in die Unterlage drücken und die Oberschenkelmuskulatur anspannen. Die Ansteuerung der Muskulatur fällt leichter, wenn man mit der Hand die Oberschenkelmuskulatur ertastet. Jeweils 5 bis 10 Sekunden halten und 5 bis 10 Sekunden locker lassen. Übungswiederholung maximal 5-10-mal. Langsam steigern! Das Training möglichst alle zwei Stunden wiederholen aber mindestens dreimal täglich durchführen.

Ein „Ziehen“ im Bein ist normal, das wird schnell besser. Oft lösen sich Verklebungen im Knie und der Beinmuskulatur – vor allem an der Sehnenentnahmestelle.

Übung 2: Gestrecktes Bein leicht anheben

Kreuzbandriss Reha kurz nach Kreuzbandriss OP

Kreuzbandriss Reha kurz nach Kreuzbandriss OP (b) | Foto: knie-marathon.de

Ausführung: Das operierte Bein in der Streckung 1 bis max. 2 cm vom Bett anheben. Jeweils 5 bis 10 Sekunden halten und 5 bis 10 Sekunden locker lassen. Übungswiederholung maximal 5-10-mal.

Darauf achten, dass das Bein bei der Übung gestreckt bleibt. Der Erfolg des Trainings stellt sich schnell ein. Die Ansteuerung der Muskulatur klappt immer besser, indem der Muskel immer schneller kontrahiert.

Ab jetzt zählt nur noch die Kreuzband Reha

Mit weiteren Übungen nach der Entlassung aus der Klinik voll durchstarten? Mit der speziellen E-Book Serie zur vorderen Kreuzbandriss-Reha ist das ganz einfach und sicher möglich. Denn allein die Zeit bei Physiotherapie reicht für einen konsequenten Muskelaufbau im Knie nicht aus.

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Wichtig: Die E-Books unterschieden sich hinsichtlich verschiedener Begleitverletzungen und erfüllen die auch neusten Forderungen an eine Knie-Reha:

>> Weitere Knieübungen für zu Hause in der 1. Woche Kreuzbandriss Reha.

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