Gefahr für die neue Kreuzbandplastik lauert Monate

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Gefahr für die neue Kreuzbandplastik besteht noch lange. Den Riss des vorderen Kreuzbands empfinden nicht nur Leistungssportler als einen großen Schock. Doch acht bis zwölf Wochen später ist die Kreuzbandriss OP fast vergessen. Viele Patienten gehen wieder arbeiten, haben kaum noch Beschwerden und steigern allmählich ihre sportlichen Aktivitäten. Zu diesem Zeitpunkt machen sich die wenigsten Patienten, noch Gedanken um ihre neue Kreuzbandplastik. Ein Fehler, wie die hohe Re-Ruptur Rate bei Kreuzbandrissen zeigt.

Kritische Phase Monate die neue Kreuzbandplastik

Die problematische Zeit hinsichtlich Stabilität und Reißfestigkeit einer neuen Kreuzbandplastik beginnt ungefähr drei bis fünf Monate nach der Kreuzbandriss OP. Unmittelbar nach der Kreuzbandoperation ist das körpereigene Implantat noch sehr stabil, dann beginnen die Umbauprozesse und die Zugfestigkeit der neuen Kreuzbandplastik nimmt ab. Die Gefahr für einen erneuten Kreuzbandriss ist also höher wie zu Beginn der Kreuzbandriss Reha.

Tendenziell passieren in den späten Rehabilitationsphasen die meisten Kreuzband Rerupturen. Die Ärzte empfehlen aus diesem Grund, High-Impact-Sportarten, wie z.B. Hand- oder Fußball frühestens nach acht bis zwölf Monaten wieder aufzunehmen: Besser ist später!

Wieder Fußball nach neuer Kreuzbandplastik

Es vergeht kaum ein Fußball Bundesliga Wochenende bei dem nicht ein Kreuzband eines Profi-Fußballer (wieder) reißt. Oft handelt es sich um eine Re-Ruptur. „Wieder Fußball spielen und Kreuzbandriss“ ein leidenschaftlich diskutiertes Thema. Vorbilder für den normalen Fußballspieler sind die Profis auf dem Spielfeld – Sie sind angeblich schnell wieder fit. Doch ein Fußballprofi unterscheidet sich vom normalen „Kicker“ in einigen Punkten:

  1. Fußballprofis verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Sport.
  2. Fußballprofis fürchten Konkurrenz und lange Ausfallzeiten.
  3. Fußballprofis haben eine optimal trainierte Beinmuskulatur und damit bessere Voraussetzungen für die Kreuzbandriss Reha.
  4. Fußballprofis sind besser betreut und haben mehr Therapiemöglichkeiten.
  5. Fußballprofis haben von Beginn an 24 Stunden Kreuzbandriss Reha mit mehreren Therapeuten im Schichtwechsel.
  6. Fußballprofis trainieren in der aktiven Kreuzbandriss Reha acht Stunden am Tag richtig hart.
  7. Fußballprofis haben mehr Zeit, sich nur um den Kreuzbandriss zu kümmern.
  8. Fußballprofis gehen zu den besten Knie Ärzten und Therapeuten, Kosten spielen keine Rolle.
  9. Fußballprofis spritzen sich auch gerne mal „gesund“.

Das ein Kreuzbandriss bei einem Profi-Fußballer schneller heilt stimmt nicht. Die Profis haben nur die besseren Voraussetzungen und Bedingungen in der Kreuzband Reha. Treten kritische Spielsituationen auf oder fällt ein Profifußballer im Kampf mit dem Ball unglücklich reißt das Kreuzband wieder, genauso wie beim jedem anderen Menschen. Die Kreuzbandriss Umbauprozesse im Knie können durch kein Training der Welt beschleunigt werden. Die Profi-Fußballer nehmen das hohe Risiko in Kauf, weil es ihr Job ist und sie mehr öffentlichem Druck ausgesetzt sind. Mein Arzt vergleicht das Fußball spielen nach einem Kreuzbandriss immer mit dem „Autofahren ohne Gurt, wenn nicht passiert, dann geht es gut!“

Biologischer Heilungsprozess nach einer Kreuzbandersatzplastik

Fußball spielen nach Kreuzbandriss

Gefahr Fußballspielen nach Kreuzbandriss | Foto: Benjamin Wiens/ pixelio.de

Bei jedem transplantierten Kreuzband handelt es sich anatomisch gesehen, nicht um ein Band, sondern um eine Sehne, Die transplantierte Sehne muss in ihrer Funktion erst noch zu einem Band werden. Der menschliche Körper merkt dies und startet nach der Kreuzbandriss OP einen genialen biologischen Umbauprozess:

Als erstes wachsen die entnommenen Sehnen im oberen und unteren Anteil in den vorgebohrten Knochenkanälen innerhalb von Monaten an. Die im Gelenk liegenden Anteile hingegen werden weicher und länger. Damit weniger reiß- und zugfest.

Sehnen sind noch kein Kreuzband

In einer Kreuzbandoperation wird das Sehenmaterial (meist Semitendinosus- und Gracilissehne = Hamstrings) aus dem jeweiligen Beinabschnitt herausgetrennt und plötzlich von der Blutzufuhr und damit der Versorgung getrennt. Die präparierten Sehenteile werden als Kreuzbandplastik in das Kniegelenk eingebaut und fixiert.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Sehnen noch keine Bandstruktur und sie bauen sich nur deshalb nicht ab, weil sie im Knie von der Gelenkflüssigkeit umspült werden. Etwa vier bis sechs Wochen bleibt das Sehnenmaterial in seiner ursprünglichen Form im Kniegelenk erhalten und ist sehr reißfest.

Allmählich begreift der Körper, dass die Sehnen nun als Kreuzbandersatz gebraucht werden und der biologische Umbauprozess beginnt. Die Gelenkschleimhaut wächst über das Kreuzband Transplantat, womit die Blutgefäße in die ehemaligen Sehnen einwachsen. Das Band ist jetzt besser ernährt.

Der schrittweise Ersatz der Sehnenteile durch körpereigenes Granulationsgewebe erfolgt langsam. Das hat zur Folge, dass nach etwa drei bis vier Monaten die Kreuzbandplastik eine deutlich verminderte Reißfestigkeit im Vergleich zu einem gesunden Kreuzband aufweist. Das ist die kritische Phase für das Kreuzband Implantat. Gerade in diesen Monaten steigern die meisten Patienten wieder ihre sportlichen Aktivitäten! Sie bekommen von der Gefahr nichts mit. Das Knie fühlt sich gut an, die Kreuzbandplastik ist es noch nicht.

In dieser Kreuzbandriss Reha Phase macht es biologisch Sinn, die Kreuzbandplastik vor übermäßigen und wiederholten zyklischen Belastungen zu schützen. Die Umbauvorgänge in der Kreuzbandplastik dauern bis zu sechs Monate und länger. Kommt es in dieser Zeit zu einer akuten oder chronischen Überbelastung besteht die Gefahr, dass das Kreuzband „ausleiert“ oder elongiert. Das Knie ist dann wieder instabil.

Die Endfestigkeit des umgebauten Kreuzbandes wird erst nach einem Jahr erreicht. Das Hauptproblem der Kreuzbandriss Reha ist die lange Dauer des biologischen Umbaus von dem der Patient nichts mitbekommt.

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Wieder ein gerissenes Kreuzband muss nicht sein

Nach einer neuen Kreuzbandplastik sollte jeder Patient über diese Tatsache aufgeklärt sein. Dann würden sicherlich mehr Patienten darüber nachdenken, ob die geplante „sportliche“ Aktivität der Umbauphase ihren Kreuzbandersatzes angemessen ist. Kreuzbandriss Re-Ruputuren und die leidvolle Erfahrung einer Kreuzbandrevision blieben den Patienten erspart. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die erneute Kreuzbandoperation ist noch aufwendiger als der erste Kreuzbandriss. Das beschreibt der Artikel – „Wenn das Kreuzband wieder reißt.“

Optimaler Muskelaufbau verhindert erneute Kreuzbandrisse – E-Books zur Kreuzbandriss-Reha-Serie.

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