Knorpelschaden operieren – Therapie ja oder nein

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Knorpelschäden operieren – in Deutschland leiden tausende Menschen unter Knorpeldefekten im Kniegelenk. Das führt bei den Patienten zu unterschiedlichen Symptomen und Kniebeschwerden. Der Knorpel im Knie ist als Gleitfläche für den reibungsfreien Bewegungsablauf verantwortlich. Täglich verrichtet ein Knorpel im Kniegelenk Schwerstarbeit – er nimmt große Belastungskräfte auf und dient gleichzeitig als Puffer.

Spätestens, wenn der Knorpel durch ein Trauma verletzt und ein schwerer Knorpelschaden aufgetreten ist, wird sich der Patient, dieser enormen Bedeutung bewusst. Denn er muss von seinem Arzt erfahren, von alleine heilt der Knorpelschaden nicht.

Knorpelschaden –  Was lange währt, wird nicht wieder gut

Muss ich meinen Knorpelschaden wirklich operieren: Ja oder Nein? Diese Frage stellen Patienten oft, wenn sich ihre Beschwerden und Symptome eines Knorpelschadens noch in Grenzen halten.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass kein Knorpelschaden im Knie von alleine regeneriert. Das bedeutet ein verletzter oder zerstörter Knorpel wächst in seiner ursprünglichen Form nicht nach. Ein unbehandelter Knorpelschaden bildet bestenfalls ein minderwertiges Narbengewebe. Doch das Regenerat in Form eines Faserknorpels hat weder die funktionellen biomechanischen noch die mikroskopischen Eigenschaften von gesundem Kniegelenkknorpel. Das Knorpelersatzgewebe ist in seiner Form weicher als sein hyaliner Vorgänger und wird deshalb auch schneller wieder abgerieben.

Ein unbehandelter Knorpelschaden besonders in der Belastungszone des Kniegelenks wird tendenziell größer. Die Zunahme des Knorpelschadens ähnelt dem Schlaglochprinzip in einer vielbefahrenen Straße: Das Loch nimmt durch die ständige Belastung der Fahrzeuge an Größe und Tiefe zu. Anfangs kleine Risse können durch Nicht-Behandlung zu Kratern werden.

Besonders bei traumatisch bedingten tiefen Knorpelschäden (Grad 4) ist eine operative Behandlung der Knorpeldefekte sinnvoll, um ein schnelles Fortschreiten zum Endstadium der Kniearthrose zu verhindern. Dies gilt verstärkt für junge Patienten oder auch sehr aktive Menschen.

Knorpelschaden operieren im Knie

Knorpelschaden operieren im Knie | Foto: knie-marathon.de

Ein akuter Knorpelschaden ist im Anfangsstadium relativ gut behandelbar. Mit zunehmender Defektgröße scheiden einige operative Therapieansätze aus. Je größer das Schadensausmaß, desto kleiner ist die Chance auf eine vollständige Heilung. Auch verlängert sich die Nachbehandlungsphase.

Ein lokal begrenzter Knorpelschaden stellt eine Mehrbelastung für die umliegenden Kniestrukturen dar. Das gesunde Knorpelgewebe ist einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Der restliche Knorpel erweicht aufgrund der Überbelastung. In der Folge reibt sich das Knorpelgewebe langsam aber sicher immer mehr ab. Die zunehmende Knorpelerweichung (Chondromalazie) führt zur Abnahme der Knorpelmasse und –dichte bis im Endstadium großflächig Knochen auf Knochen reiben. Dadurch nehmen nicht nur die Knieschmerzen beständig zu, sondern auch die Bewegungsfähigkeit des Kniegelenks nimmt ab und es können sich weitere Schäden am Knie entwickeln. Diese Art von Gelenkverschleiß kann letztendlich zu starken Schmerzen, Belastungsunfähigkeit und zur Arthrose im Knie führen.

Knorpelschaden operieren und deren Vorteile auf einen Blick:

  • Schmerzreduktion im Kniegelenk
  • Wiederherstellung der Belastbarkeit
  • Verbesserung der Kniebeweglichkeit
  • Wiederaufbau der Knorpelschicht
  • Schadensbegrenzung
  • Verhinderung von weiteren sekundären Knieschäden
  • Vermeidung von Kniegelenk- Ersatz im Endstadium

Diagnostik und Symptome von Knorpelschäden

Die Beschwerden bei einem Knorpelschaden sind je nach Art, Größe und Lokalisation unterschiedlich. Möglich sind schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, Kraftminderung, Gelenkblockierungen, freie Gelenkkörper und wiederkehrende Gelenkschwellungen.

Zur Basisuntersuchung von Knorpelschäden im Knie zählen Röntgenaufnahmen. Das Knorpelgewebe selber wird im Röntgenbild aber nicht dargestellt. Daher sind viele Knorpelschäden im Anfangsstadium in der Röntgenuntersuchung eher unauffällig, vor allem wenn keine Knochenstrukturen mit verletzt wurden. Erst wenn durch den Knorpelschaden eine Kniearthrose-Entwicklung eingetreten ist, kommen typische Zeichen eines Knorpeldefektes im Röntgenbild zur Darstellung:

D.h., besteht ein begründeter Verdacht auf einen Knorpelschaden müssen weitere bildgebende Verfahren zur Absicherung der Diagnose eingesetzt werden.

Durch eine kernspintomographische Untersuchung (MRT) lassen sich Knorpelschäden direkter darstellen. Eine exakte Diagnostik eines Knorpelschadens erlaubt die arthroskopische Kniespiegelung (ASK), über welche dann letztendlich auch die therapeutischen Maßnahmen eingeleitet werden.

Knorpelschaden operieren – Therapiemöglichkeiten

Die Therapie von Knorpelschäden richten sich nach Defektausdehnung, -tiefe, -lokalisation und ihren verursachenden Beschwerden. Oberflächliche Knorpelschäden mit Rissbildungen oder Knorpelauffaserung (Grad 1 bis 2) werden während eines arthroskopischen Eingriffs meist durch eine Knorpelglättung behandelt. Erst bei tiefen Knorpelschäden (Grad 3 bis 4) und mit freiliegendem Knochen müssen regenerative und aufwendigere Maßnahmen vorgenommen werden, um eine Ersatzknorpelbildung einzuleiten.

Dafür gibt es eine Vielzahl verschiedener operativer Therapieverfahren. Die ausführliche Darstellung dieser Behandlungsmöglichkeiten wird Schwerpunkt des nächsten Artikels sein: „Knorpelschaden operieren – Möglichkeiten und Therapieansätze“.

>>Teil 1: Knorpelschaden im Knie – Absterben von Knorpelzellen stellt Ursachen und Symptome von Knorpelverletzungen vor.

>>Teil 3: Knorpelaufbau im Knie – Knorpelschaden Behandlung beschreibt operative Ansätze bei Knorpelschäden.

>>Teil 4: Knorpeltransplantation im Knie ist die modernste Möglichkeit, um Knorpelschäden zu heilen.

Weitere Informationen, weshalb Spritzen gegen Knieschmerzen den hyalinen Gelenkknorpel schädigen, besonders bei einer degenerierten Knorpelschicht, gibt es >>hier.

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