Knie-OP – 21 nützliche Tipps zur Vorbereitung einer Operation

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Eine OP-Termin für die stationäre Operation am Kniegelenk ist festgelegt. Jetzt steht die lästige Vorbereitung der Operation an. An was muss ich alles im Vorfeld der Operation? Meine Checkliste mit den besten Tipps und Tricks hilft zur optimalen Vorbereitung der Knie-OP – 14-mal in den letzten Jahren getestet.

Checkliste Krankenhaus zur Vorbereitung einer Operation

Hier die Checkliste zur praktischen Vorbereitung einer Operation. Damit ist der Alltag nach der Knie-OP leichter – garantiert!

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Tipp 1: Kostenzusage von der Krankenkasse einholen

Wer sicher gehen möchte, dass seine Privatkrankenkasse die Kosten für den stationären Aufenthalt übernimmt, muss dies schriftlich vor der Operation abklären. Gesetzlich versicherte Patienten haben es deutlich einfacher; sie gehen mit dem Überweisungsschein und der Krankenkassen Chipkarte in die Klinik.

Möchte sich ein Patient mit einer gesetzlichen Krankenversicherung in einer Privatklinik (ohne Kassenzulassung) operieren lassen, muss er mit seiner Krankenkasse im Vorfeld sprechen. In Ausnahmefällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen, den Kostensatz einer gesetzlichen Klinik. Den Restbetrag (ca. 2/3 der Kosten) trägt der Patient.

Tipp 2: OP-Termin geschickt planen

Wer seinen Operationstermin frei wählen oder planen kann, der sollte die weniger heißen Monaten März bis Juni oder die weitgehend schneefreien Monate September bis November wählen. Gründe: Das Tragen von Antithrombosestrümpfen im Hochsommer und das Ausrutschen mit Gehstützen bei Glätte. Meine persönlichen OP- Favoriten Monate sind der Oktober und März. In dieser Zeit sind kaum Feiertage und vor allem selten Schulferien. Damit sind Ärzte und Physiotherapeuten besser erreichbar.

Tipp 3: Vier Wochen vorher mit dem Rauchen aufhören

Auch wenn es schwer fällt, Raucher sollten vier Wochen vor einer Knieoperation abstinent bleiben oder zumindest den Zigarettenkonsum auf ein Minimum reduzieren. Ärzte weisen darauf hin, dass Operationswunden bei Rauchern schlechter heilen und es häufiger Komplikationen, wie Thrombosen gibt.

Tipp 4: Hygienemaßnahmen vor der Knieoperation

Das Schneiden von Zehennägeln und die Entfernung von Nagellack sind empfehlenswert. Damit schleppt der Patient weniger Bakterien in den Operationssaal. Außerdem kommt der Kniepatient nach der OP schlecht an seine Fußnägel, weil die Beugefähigkeit des Kniegelenks eingeschränkt ist. Vorsicht: Fußnägel frühzeitig schneiden, so das eventuelle Verletzungen noch heilen können (Infektionsgefahr!)

Reha nach Meniskusnaht

Tipp 5: Nicht-verschreibungspflichtige Medikamente und Allergien auflisten

Im Anästhesievorgespräch ist der Narkosearzt auf die Mithilfe des Patienten angewiesen. Das Auflisten von chronische Leiden und sämtlichen, auch nicht-rezeptpflichtigen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, ist essentiell. Medikamente können die Wirkung des Narkosemittels, die Blutgerinnung beeinflussen oder schlimmstenfalls Komplikationen während der Operation auslösen.

Es gibt eine Reihe von Mitteln mit blutverdünnender Wirkung, beispielsweise Aspirin, oder Blutgerinnungshemmer wie Marcumar, die vor der Operation abgesetzt oder herunterdosiert werden müssen. Diese Liste beim OP-Aufklärungsgespräch vorlegen und später auch auf der Station. Nahrungsmittelallergien nicht vergessen.

Manchmal verlangen Kliniken oder Krankenhäuser auch diverse Blutwerte zur Vorbereitung der Operation – diese Blutwerte dürfen am Operationstermin max. 14 Tage alt sein. Nicht vergessen, rechtzeitig einen Termin für die Blutabnahme zu vereinbaren.

Tipp 6: Bei fiebrigem Infekt lieber die Knie OP verschieben

Jede Operation ist ein Eingriff, der den Körper stark belastet. Wer kurz vor dem OP-Termin beispielsweise an einer fiebrigen Erkältung leidet, muss unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten. Ggf., lieber verschieben, denn wenn der Körper durch einen Infekt geschwächt ist, erhöht sich das Risiko für Komplikationen.

Tipp 7: Sich auf Gehstützen fit machen als Vorbereitung einer Operation

Tipps zur Vorbereitung einer Operation - Fit auf Gehhilfen

Fit auf Gehhilfen – zur Vorbereitung einer Operation | Foto: Christiane Heuser/ pixelio.de

Wenn der Operationstermin schon Wochen im Voraus feststeht, kann der Betroffene die Zeit nutzen, um seine körperliche Fitness zu verbessern. Wer Sport treibt oder wenigstens mehr Bewegung in den Alltag einbaut, kräftigt Muskeln, Herz-Kreislauf- und Atemwegssystem. Positiver Nebeneffekt, die überflüssigen Pfunden schmelzen, der Kreislauf während der OP ist weniger belastet und die Handflächen beim Gehen auf den Krücken auch. Das gezielte Trainieren von Arm- und Schultermuskulatur fördert die Kraft, die später beim Gehen auf den Gehstützen wichtig ist. Darüber hinaus helfen alle Übungen, die auch Bauch- und Rückenmuskulatur fördern.

Tipp 8: Knie nicht mehr geschwollen, dann trainieren

Sobald abschwellende Maßnahmen und Schonung geholfen haben, kann nach ärztlicher Zustimmung vorsichtig wieder die Beinmuskulatur zur Operationsvorbereitung trainiert werden. Je höher das Ausgangsniveau der Muskulatur ist, umso einfacher wird das Training nach der Operation. Auch das gesunde Bein trainieren, dass muss schließlich hinterher für zwei arbeiten. Hilfreiche Knieübungen, die auch mit einer Knieverletzung möglich sind bietet das E-Book „Kreuzbandriss-Reha Part One„.

Tipp 9: Physiotherapietermine vor dem Klinikaufenthalt organisieren

Die ersten Physiotherapietermine (meist zur Lymphdrainage) sollte der Patient bereits vor dem Klinikaufenthalt organisieren. Viele Physiotherapeuten haben längere Wartezeiten. Auch die Auswahl beschränkt sich, da der Patient auf eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen ist, wenn er keinen „Fahrer“ hat. Wer gerne, die Termine auf  früh morgens legt, sollte bedenken, dass das Leben auf Gehstützen mehr Zeit als sonst in Anspruch nimmt. Für ungeübte Patienten, würde ich das Doppelte, der üblichen Zeit veranschlagen.

Tipp 10: Rucksack kaufen

Wer das Back-Pack noch nicht hat, muss sich auf jedem Fall einen Rucksack zulegen. Einen guten Tagesrucksack mit ca. 15 Litern Fassungsvermögen und guter Rückenbelüftung, da das Gehen mit Gehstützen anstrengend ist. Den Rucksack am besten gleich mit in das Krankenhaus nehmen, auch dort ist er bereits sehr nützlich.

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Tipp 11: Großeinkauf erledigen

Den Großeinkauf mit dem Auto vorher noch einmal erledigen und eigenes an Vorräten anlegen. Vor allem schwere Flaschen, Milchtüten, Waschmittel, Dosen und Toilettenpapier lassen sich nur schwer mit dem Rucksack transportieren. Der Platz beim Einkauf muss später für die täglichen frischen Lebensmittel reserviert bleiben. Obst, Gemüse oder Fleisch können auch direkt nach Hause geliefert werden. Schleppen auf Krücken, das war gestern – heute geht es bequem online. Alles gut verpackt und schnell geliefert.

Tipp 12: Fertiggerichte besorgen als Vorbereitung einer Operation

Für die ersten Tage sich mit Fertiggerichten eindecken oder Vorkochen. Es fehlt die Kraft und Lust zum Kochen auf einem Bein. Kochende Partner oder Freunde sowie der Pizzaservice sind eine Alternative aber nicht wochenlang.

Tipp 13: Kühlelemente bereits einfrieren

In der Apotheke oder im Internet Kühlelemente (Warm- oder Kaltkompressen) kaufen und in die Gefriertruhe legen. Im Sommer mindestens vier Elemente in der Truhe einfrieren.

Tipp 14: Rollator ausleihen

Es sieht nicht gerade sexy aus, ist aber unglaublich hilfreich. Wer sich längere Zeit auf Gehstützen fortbewegen muss, kann darüber nachdenken einen Rollator auszuleihen.

Ich habe mich innerhalb der Wohnung nur mit dem Rollator fortbewegt. Die Selbständigkeit gewinnt enorm und die Handgelenke sind weniger belastet: Der heiße Kaffee „rollt“ dem Rollator-Tablett zum Sofa. Die wenigsten Menschen haben 24 Stunden jemanden um sich, den sie dauernd „schicken“ möchten.

Knie mit Kaltkompresse zum Kühlen sind Tipps zur Vorbereitung einer Operation

Knie mit Kaltkompresse zum Kühlen – Vorbereitung einer Operation | Foto: knie-marathon.de

Tipp 15: Verschiedene Gehstützen ausprobieren

Wer mehrere Wochen auf  Krücken angewiesen ist, sollte zwei unterschiedliche Paare von Gehhilfen besitzen, damit abgewechselt werden kann. Die unterschiedlichen Modelle belasten die Handflächen an verschiedenen Stellen. Radhandschuhe bringen dagegen keine Linderung, lieber auf ergonomische Softgriffe achten. Etwas teurer, dafür kaum Schmerzen an den Händen

Tipp 16: Stolperfallen entfernen

Stolperfallen vor und in der Wohnung entfernen (Kabel, Teppiche, Vasen, Lampen usw.). Das Verrücken von Möbeln ist manchmal notwendig, damit bequem mit den Gehhilfen oder dem Rollator durchgegangen werden kann.

Tipp 17: Duschpflaster besorgen als Vorbereitung einer Operation

Für mich ein absolutes Muss: Pflaster zum Duschen. Eine wahre Erleichterung. Kein lästiges Abdecken des Knies. Die Duschpflaster in der Apotheke oder im Internet vorher kaufen. Wichtig, die Pflaster sind nur zum Duschen gedacht; kein Vollbad nehmen oder den Duschstrahl dauerhaft darauf richten.

Die Duschpflaster halten bei guter Pflege wirklich lange und sind ihren Preis wert. Für eine normale Arthroskopie im Knie (Meniskus-OP) reichen die kleinen Duschpflaster (6,5 x 5 cm). Wer eine Kreuzband-OP vor sich hat, benötigt zusätzlich eine Packung der großen Pflaster (8,5 x 9,5 cm). Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt diese Kosten nicht.

Tipp 18: Rezepte bestellen

Knie mit Duschpflaster sind Tipps zur Vorbereitung einer Operation

Knie mit Duschpflaster – zur Vorbereitung einer Operation | Foto: knie-marathon.de

In der Regel bekommt der Patient alle Rezepte für die Zeit nach der OP von der Klinik mit nach Hause. Doch für gesetzlich Versicherte Personen, die sich in der Privatklinik operieren lassen, hilft das nicht. Deshalb vorher beim niedergelassenen Orthopäden oder Sportmediziner Schmerzmittel und Antithrombosespritzen verschreiben lassen und ggf. die Rezepte schon einlösen. Besonders wichtig, wenn man an einem Wochenende entlassen wird.

Tipp 19: Kontrolltermin beim Arzt ausmachen

Kontrolltermin beim niedergelassenen Orthopäden oder dem Operateur vor dem Krankenhausaufenthalt vereinbaren. Um allzu lange Wartezeiten im Wartezimmer für frisch operierte Patienten zu vermeiden, hilft es manchmal, dies bei der Sprechstundenhilfe anzumelden. Es bieten sich auch Termine direkt nach der Mittagspause oder zu Sprechstundenbeginn an. Die wenigsten Orthopäden verfügen über bequeme Stühle. Einen speziellen Schemel zum Hochlagern der Beine ist mir noch nicht begegnet, seltsam eigentlich!

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Tipp 20: Kissen bereit legen bei der Vorbereitung einer Operation

Das Bett mit einer leichten Bettdecke beziehen; die Drehung des Knies ist leichter und weniger schmerzhaft beim Schlafen. Ebenso einige Kissen zur Beinlagerung im Bett und auf dem Sofa bereitlegen. Auch in dem Fahrzeug, das den frisch operierten Patienten von der Klinik nach Hause bringt, sollten Kissen auf dem Rücksitz deponiert werden.

Tipp 21: Flexiblen Fahrdienst organisieren

Den voraussichtlichen Entlassungstermin erfragen und einen Fahrdienst organisieren. Für längere Autostrecken die Kühlelemente mitnehmen lassen. Dann kann das Knie während der Fahrt schon gekühlt werden. Am besten sitzt man schräg auf der gesamten Rückbank, das Knie und der Rücken unterlegt mit einem kleinen Kissen. Falls nach einer ambulanten Knieoperation die Drainageschläuche im Knie liegen, darauf achten, dass die Behälter mit den Schläuchen unterhalb des Knies im Fußraum des Fahrzeuges deponiert sind. Getränke zur Einnahme von zusätzlichen Schmerzmitteln helfen ebenso.

Weitere Praxistipps vor und nach der Knie-OP:

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